Am Sonntag, dem 22. März fand unter reger Teilnahme von Gemeindegliedern die Gemeindeversammlung statt.
Im Gottesdienst vorher wurde Gabriele Wiedemann-Baaske nach 14 Jahren aus dem Presbyteramt verabschiedet. Lisa-Marie Lietz, Leiterin der KiTa Ungelsheim, wurde in ihr Amt als Mitarbeiterpresbyterin eingeführt. Außerdem wurden der Gemeinde die stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums, Anette Gebauer-Berlinghof, Kirchmeisterin Ulrike Kaden und Baukirchmeister und zugleich auch Personalkirchmeister Lars Bollmann vorgestellt, die vom Presbyterium wiedergewählt worden waren.
Pfarrer Ernst Schmidt, neuer Vorsitzender des Presbyteriums nach dem Ausscheiden von Pfarrer Bodo Kaiser, stellte zu Beginn der Versammlung an Hand eines Pilgerstabes die Bewegung der Kirchengemeinde dar. Neben leichten Wegstrecken, so Schmidt, gibt es auch anstrengende Wegstrecken durch unwegsames Gelände. Kirche befindet sich in einem Transformationsprozess. Die Bedingungen, in denen christliches Leben stattfindet, ändern sich massiv und mit hohem Tempo. Schon seit längerem befindet sich die Gesellschaft in einem Umbruch, in dem es nicht mehr selbstverständlich ist, einer Kirchengemeinde anzugehören und in ihr zu leben. Die Kirchensteuereinnahmen nehmen durch Austritte dramatisch ab. Pfarrstellen können sowohl aus finanziellen Gründen wie auch wegen des zunehmenden Pfarrpersonenmangels kaum wiederbesetzt werden.
Es gibt in der Versöhnungsgemeinde viele Ehrenamtliche, die mit Begeisterung dabei sind. Dennoch nimmt die Zahl der Ehrenamtlichen ab. Das Presbyterium stellt sich diesen Veränderungen und wirbt, ja erwartet sogar, dass die Gemeindeglieder sich mit auf den Weg durch die Veränderungen machen. „Gemeinde ist in Bewegung und wir werden unseren Weg finden und gehen.“ Kirche wird es auch in Zukunft geben, jedoch anders und vermutlich in viel kleineren Dimensionen. Dennoch schaffen wir das.
Neubauplanung
Michael Rethmeier, Mitglied des Neubauplanungsausschusses, berichtete vom Stand der Planungen rund um das neue Gemeindezentrum. Im Bereich Großenbaum wird die KiTa von zwei auf vier Gruppen erweitert und ein neues, multifunktionales, erheblich kleineres Gemeindehaus entstehen. In Kürze wird der Bauantrag gestellt werden können. Klimaneutralität, die von der Landeskirche bis zum Jahr 2035 für alle gemeindlichen Gebäude gefordert ist, wird beachtet. Darum wird auch das jetzige Gemeindehaus veräußert.
Rethmeier wies darauf hin, dass schon Anfang nächsten Jahres das Jugendzentrum abgerissen, um Platz für das neue Gemeindehaus zu schaffen. Außerdem wird mit dem Bau der KiTa begonnen werden wird. Schon im Frühjahr 2028 könnte das neue Gemeinde- und Quartierszentrum in Dienst gestellt werden. Damit wird der Standort Großenbaum gesichert. Außerdem kann die Kirchengemeinde auch mit neuen Angeboten, wie zum Beispiel einem Café, auf sich einladend aufmerksam machen.
Haushalt
Kirchmeisterin Ulrike Kaden führte sachkundig in den Haushalt ein. Sie zeigte auf, auf welcher Basis die Kirchengemeinde Einnahmen generiert (z.B. Kirchensteuer), wie hoch die Ausgaben der Kirchengemeinde sind und für welche Arbeitsbereiche die Kirchengemeinde ihr Geld ausgibt.
Gottesdienst
Pfarrerin Ulrike Kobbe stellte das neue Gottesdienstkonzept vor. Auch zukünftig werden an jedem Sonntag Gottesdienste gefeiert werden, aber jeweils nur an einem Ort. Dieses hat damit zu tun, dass die Gemeinde die Pfarrstellen reduziert hat und in absehbarer Zeit nur noch zwei Pfarrpersonen (Ulrike Kobbe und Ernst Schmidt) in der Gemeinde Dienst tun. Das Gottesdienstmodell führte zu manchen Nachfragen und auch Bedenken. Es wurde aber auch durchaus Verständnis für diese Veränderungen entgegengebracht. Angedacht ist ein Fahrdienst, so dass alle Gemeindeglieder die Möglichkeit haben, an die verschiedenen Gottesdienstorte zu kommen.
Aus der Gemeinde kam die Idee, Ehrenamtliche noch stärker als bisher anzuregen, Gottesdienste und Andachten in vielfältigen Formen selbst zu entwickeln und zu halten. Das Presbyterium nimmt diese Gedanken gerne auf.
Konfirmandenarbeit
Der Konfirmandenunterricht soll von 1 ½ Jahren auf ein Jahr verkürzt werden, da für manche Kinder/Jugendliche diese Zeit zu lang ist. Es wird ab Sommer einen wöchentlichen 1 ½ stündigen Unterricht geben, der mit einem Konfirmandenwochenende, Besuchen von (Jugend-)Gottesdiensten und Gemeindepraktika ergänzt wird. Damit gleicht sich die Versöhnungsgemeinde dem Konzept der benachbarten Gemeinden im Duisburger Süden an.
Pfarrer Schmidt beendete die Gemeindeversammlung mit Hinweis auf das Banner, welches seit der Adventszeit außen an der Versöhnungskirche hängt. Dort heißt es: „Das Licht scheint in der Finsternis.“ Dieses Banner bleibt noch einige Zeit hängen, um in Zeiten, in denen in der Welt so viel Krieg und so viele Krisen sind, uns alle daran zu erinnern, dass Jesus Christus, das Licht der Welt, uns begleitet. So können wir vertrauensvoll leben und handeln.

